Den Esenser „Silbernen Bären“ verlieh Bürgermeisterin Karin Emken an die Landfrauen.

15.01.2018

Geselligkeit, Wissen und Bildung sowie die Interessenvertretung – von Frauen für Frauen – sind die Säulen des Landfrauenvereins.

Seit 1985 wird zum Neujahrsempfang der Stadt Esens der „Silberne Bär“ verliehen, gestern nun schon zum 34. Mal, erklärte Bürgermeisterin Karin Emken nach ihrer Neujahrsansprache.

 

Die Verleihung des „Silbernen Bären“, der höchsten Auszeichnung der Stadt für Personen oder Gruppen, die sich ehrenamtlich zum Wohle der Allgemeinheit engagieren, war gestern der Höhepunkt des Neujahrsempfangs der Stadt Esens in der fast voll besetzten Theodor-Thomas-Halle. Nach der Auszeichnung des Stadtchronisten Detlef Kiesé im vergangenen Jahr verlieh Bürgermeisterin Karin Emken den 34. „Silbernen Bären“ an eine starke Frauengruppe: den Landfrauenverein Esens. Er sei mit seinen rund 340 Mitgliedern eine feste Säule für Stadt und Land.

 

Bedacht werden Bürgerinnen und Bürger, die sich durch ihren persönlichen Einsatz zum Wohle und Nutzen der Menschen in der Stadt Esens in hervorragender Weise auszeichnen. Ausgenommen sind die Vertreter aus Rat und Verwaltung. „Vielmehr ausschlaggebend ist das ehrenamtliche Engagement auf kultureller, sportlicher oder sozialer Ebene“, betonte Karin Emken.

 

Nachdem im letzten Jahr der „Silberne Bär“ an den Stadtchronisten Detlef Kiesé verliehen wurde, „ehren wir in diesem Jahr weder eine Einzelperson noch einen Mann“, machte es die Bürgermeisterin in der fast voll besetzten Theodor-Thomas-Halle spannend. Doch dann ließ sie die Katze aus dem Sack. In der Folge ihrer Laudatio – „Heute werden aktive, kreative, innovative Frauen einer starken Gemeinschaft mit dem ,Sil-bernen Bären‘ der Stadt Esens geehrt“ – war den Anwesenden schnell klar, dass es sich nur um den Landfrauenverein Esens mit seiner Vorsitzenden Ina Janhsen und insgesamt 340 Mitgliedern handeln konnte.

„Jeder von uns kennt sie, treten sie doch zumeist in Gruppen auf und sind dabei immer in Aktion, im Wirken und Tun, von Lachen, Freude, von schwingendem, verbindendem Gespräch begleitet und unterstützt. Das zeichnet sie aus und ist bezeichnend für ihr Frauenhandeln“, so Karin Emken. Sie übernähmen Verantwortung für Beruf, Familie und im Ehrenamt und vertreten dabei die Interessen von Frauen auf vielen Ebenen.

 

Fleißig wie die Bienen, ihrem Logo, seien sie bei öffentlichen Auftritten schon von weitem an ihren fröhlichen gelben T-Shirts zu erkennen. Und Jeder habe schon einmal etwas von ihren kulinarischen Köstlichkeiten bei Veranstaltungen genießen dürfen, vorzugsweise fantastischen Kuchen, schwärmte die Bürgermeisterin.

Aber die Esenser Landfrauen seien nicht nur bienenfleißig, sondern „starke Frauen für eine starke Gesellschaft“, vielseitig interessiert und engagiert, liebevoll und mütterlich, durchsetzungsfähig, stimmgewaltig, mitbestimmend, mittendrin und immer gerngesehen.

 

Der Landfrauenverein Esens wurde 1946 in Peters Gaststätte, heute „plietsch“ mit 41 Mitgliedern gegründet, vor 72 Jahren. Eine Landfrau der ersten Stunde ist Frida Thedinga, die heute ihren 93. Geburtstag feiert. „Unsere Landfrauen sind also quasi Gründungsmütter der Landfrauenvereinigung Deutschlands, die erst 1948 gegründet wurde. Und auch heute sind sie der größte Verein im Landfrauenverband Weser Ems“, erklärte Karin Emken. Sieben Frauen im Vorstand leiten den Verein: Ina Janhsen, Ingrid Siebelts, Gertrud Dieken, Ilka Rabenstein, Heike Meppen, Traute Hinrichs und Gerda Eden. Unterstützt werden sie von 22 Vertrauensfrauen als Bindeglied zwischen Vorstand und Mitgliedern. Sie versorgen die Mitglieder mit Informationen und halten die Gemeinschaft zusammen.

 

„Liebe Landfrauen, Ihr seid füreinander da, aktiv und engagiert und unverzichtbar für uns Frauen im ländlichen Raum – für alle, in der Stadt und im Umland“, betonte die Bürgermeisterin und verlieh den „Silbernen Bären“ der Stadt Esens an die Frauen in gelben T-Shirts. Die zugehörige Urkunde verlas Stadtdirektor Harald Hinrichs.

Stellvertretend für den Vorstand und die 340 Mitglieder dankte die Vorsitzende Ina Janhsen: „Ich bin überwältigt. Mein Dank gilt dem Vorstand, den Vertrauensfrauen, unseren Männern, die uns stets den Rücken frei halten, vor allem aber den Mitgliedern.“ Gleichzeitig rief Ina Janhsen alle Frauen auf, sich im Landfrauenverein zu engagieren.

 

Text und Foto: Klaus Händel Anzeiger für Harlingerland, Ostfriesisches Tageblatt