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Burg-Modell zum Anfassen Lions-Club Esens-Nordsee stiftet Bronzearbeit für die Stadt

12.03.2018

Großer Andrang herrschte am Sonnabend nahe des Münzdenkmals in der Esenser Steinstraße. Anlass war die Vorstellung und Übergabe eines Bronzemodells der Esenser Burg durch den Lions-Club Esens-Nordsee. Dazu begrüßte dessen Präsident Keno Appelkamp neben zahlreichen Lions-Freunden Bürgermeisterin Karin Emken und Stadtdirektor Harald Hinrichs sowie Stadträte und Verwaltung. „Wir sind stolz und freuen uns, der Stadt Esens heute ein Bronzemodell der Burg übergeben zu können“, betonte Appelkamp.

„Lions international“ feierte im vergangenen Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Dazu wurden die lokalen Clubs aufgefordert, Aktivitäten vor Ort zu entwickeln, mit denen sie ihre Existenz in der Heimatgemeinde dokumentieren. Der Lions-Club Esens-Nordsee wird in diesem Jahr 25 Jahre alt. Die Diskussion im Club habe dazu geführt, beide Ereignisse zusammen zu nehmen und für die Stadt Esens etwas Besonderes zu schaffen.

Die Details erläuterte Axel Heinze: Esens hatte im Mittelalter seit dem 15. Jahrhundert als Häuptlingssitz eine Burganlage im Südosten der Stadt. Nach dem Übergang auf Preußen wurde sie im Jahr 1755 abgebrochen. Die Flächen erwarb Stadtbaumeister Anton Esen, der darauf eine Art Villenviertel entwickelte. Der ehemalige Bürgermeister Willi Ebrecht hatte sich während des Projektes „Als Friesen Preußen waren“ beim preußischen König über den Abriss beschwert, da die Stadt um eine bedeutende touristische Attraktion beraubt worden war. Aber zu diesem Zeitpunkt war nicht mehr viel bekannt über die Burg.

Das änderte sich durch Rudolf Schaper. Als ehrenamtlicher Mitarbeiter des Museums „Leben am Meer“ hat er sich mehr als 20 Jahre der Aufgabe gewidmet, die Burganlage zu rekonstruieren. Den Durchbruch brachte ein Aktenfund im Archiv „Preußischer Kulturbesitz Berlin“, der im Anzeiger für Harlingerland veröffentlicht wurde. Daraus erwuchsen ein digitales Modell und eine Ausstellung im Museum. Der Lions-Club entschied sich, von der Glocken- und Kunstgussmanufaktur Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher ein Bronzemodell fertigen zu lassen. Die Stadt hat den Sockel gestiftet, der Bauhof hat ihn sorgfältig erstellt.

Dafür dankte Bürgermeisterin Karin Emken: „Ihr habt uns ein Stück Stadtgeschichte zurückgegeben.“

Text: Klaus Händel, Anzeiger für Harlingerland, Ostfriesisches Tageblatt